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Faschingseingraben

Schon seit über 150 Jahren nimmt am Faschingsdienstag der Markt an einem Ereignis teil, das einzigartig in Bayern ist. Gegen 20.00 Uhr wird in altherkömmlicherweise der Luftikus Fasching zu Grabe getragen. Dabei wird demonstriert, dass sich trotz der anhaftenden Narrenposse, heute in moderner Form mit Prinzenpaar und Garde, Grundgehalt und Lebenssinn in Form von vorahnender Frühlingsfreude und altväterlicher Biederkeit verborgen halten kann. Tradition hat also Sinn und ganz besonders, wenn sie in origineller und kreativer Weise dargeboten wird.

 

Faschingseingraben 1950
Faschingseingraben 1950 mit Karl Mehlhart als Pfarrer

 

Das Treiben beginnt mit einem Fackelzug durch die Straßen des Marktes. Mit kateriger Leichengehermiene begibt sich der „Pfarrer" als Laienprediger mit Gefolge, das auf den Schultern den Fasching im Sarg schleppt, begleitet von einem schrecklichen Gesang der Fackelträger auf den Weg. Unterstützt wird dieses Geplärr, mit dem Winter und Fasching ausgetrieben und betrauert werden sollen, von den Münsterer Kesselbach-Musikanten, natürlich unter Verwendung moderner disharmonischer und a-tonaler Klänge. Die Bewohner winken während dieses Trauerzuges mit ihren Taschentüchern aus den Fenstern und bekunden somit ihre Verbundenheit.

 

Faschingseingraben 1980 Faschingseingraben 1992 mit
Herbert Reinhart als Pfarrer

 

Beim Fackelzug durch den Markt ertönt immer wieder der gesungene Kehrvers „Und wenn der Fasching Ruhe hat, dann hat der Fasching Ruh!". Am Ende des Rundganges versammelt sich die „Trauergemeinde" am Marktplatz wo dann ein zeremoniell ausgefeilter Schlussakt folgt. Unter Schluchzen und Jammern, begleitet vom Ausspruch: „Grab‘n mir‘n ei oder grab‘n mir‘n net ei - Grab‘n mir‘n ei, weil‘s der Brauch is!" wird der Sarg vor den Augen der Gemeinde verbrannt. Diesen Schmerz zu überwinden begibt man sich anschließend in die Hofburg Herndl.

 

Fackelzug
„Und wenn der Fasching Ruhe hat, dann hat der Fasching Ruh!"

 

 

 

 

Geldbeutelwaschen

Damit verbunden ist auch das sogenannte "GELDBEUTELWASCHEN" wobei sich kurz vor Mitternacht die noch in der Hoftaverne verbliebenen Unentwegten zum nahegelegenen Kesselbach begeben und die Zeit des Übermutes endgültig ablegen. Jeder Beteiligte wäscht dort seinen leeren Geldbeutel als Indiz dafür, dass der Fasching ganz schön kostspielig war. Gelegentlich fällt auch einer ins Wasser oder nimmt trotz Minustemperaturen freiwillig ein Bad.

 

Geldbeutelwaschen 1992
Geldbeutelwaschen 1992

 

Findl Tom beim Geldbeutelschwaschen
Zeremonienmeister Findl Tom beim Geldbeutelschwaschen 2010

 

 

Geldbeutelwaschen

 

Findl Tom beim Geldbeutelschwaschen